Medea Projekt

Künstlerinnen mit Kindern
in der Auseinandersetzung mit der Rolle von sich formulierenden Frauen mit Kindern in der Gesellschaft.
Das Spagat zwischen geistiger, spiritueller Arbeit, Mißstände aufdecken und sich behaupten, schick in Ausstellungseröffnungen erscheinen, gleichzeitig Kindern den Arsch abwischen, ihnen vorlesen, ihre Zimmer aufräumen, sie trotz grauenhaftem Kunstunterricht in die Schule schicken und Hausaufgaben mit ihnen machen.
Geradeso zur Arbeit zu kommen, nur das Nötigste sagen, schwer zu Öffentlichkeit kommen. An einen Ort gebunden sein und trotzdem das Bedürfnis zu haben, Aussagen zu treffen.
Zorn, Lust, Trauer, Erfahrung mit Erdnahem, Dunklem, mit Entstehung, Geburt und Tod, Säen und Ernten.
Als Archetyp fanden wir Medea als Ausgangs- und Reibungspunkt.
Gerade Künstlerinnen mit vielen Kindern sind nicht nur von sozialem Ausschluss, sondern auch von finanzieller Not bedroht.
Neben der Kinder- und Familienbetreuung bleibt nur noch Zeit für das Allernotwendigste – die eigene künstlerische Arbeit – die oft von außergewöhnlicher Dichte und Schönheit ist, dadurch, dass die Frauen so stark mit ihrer Umwelt, mit dem Leben im ländlichen Raum und ihrer Lebenserfahrung verwoben sind.
Nun hat diese Arbeit aber solange nicht die Möglichkeit auf Wirkung, wie sie im Verborgenen bleibt.
Hier ist unser Interesse, zu unterstützen und zu verbinden.
Der Schatz, der dabei sichtbar wird, wird der Kunst aus der Lebensferne und Abgehobenheit einen wichtigen Schub in die Nähe und Nutzbarkeit und ihre eigentliche Bestimmung geben, Menschen zu ermutigen und glücklich, nachdenklich, fragend, sehnsüchtig zu machen.
Nichts ist wichtiger in dieser Zeit.