Elke Tirpitz
Spiegelbilder/ Illustrationen
Carlstein 21
17217 Klein Lukow
Telefon:
0176-70060698
0163-1318446
elke-t@gmx.net

1968 in Dresden geboren
seit 1998 mit den Kindern Genoveva und Vincent zu Hause in Mecklenburg (Passentin und Carlstein)
bis Sommer 2005 Souffleuse am Theater Neubrandenburg/Neustrelitz
2001/2006 Mosaikarbeiten mit Barbara Wetzel in Neubrandenburg/Bethesda-Klinik und in Passentin/Luftschlosserei
seit 2000 Spiegelbilder


Spiegel bauen ist für mich so, wie aus einem Scherbenhaufen etwas Neues entstehen zu lassen. Etwas wieder heil machen. Und schön. Schrott in Schönheit verwandeln.
Durch die Mitarbeit am Medea-Projekt bin ich für mich einen mutigen Schritt nach außen gegangen. Zu den anderen Frauen, die ähnliche Ziele, Lebensumstände... haben und doch jede für sich besonders und einmalig ist. Es ist wie ein Schritt in den großen Fluss, der durch die Zusammenarbeit eine totale Strömung hat. Wohin ist ungewiss. Ich bin verdammt ziemlich neugierig.


40x60cm


80x45cm


45x45cm


40x60cm


Prinzessin 40x25cm


Liebende 45x35cm


o. T. 15x 35cm



Seit ich Elke kenne, malt sie.
Alles wird bemalt, Spiegel, Schachteln, Fußböden, Wände werden mit zarten Figuren und Zeichen und Blumen bedeckt.
Es gibt Viele, die sich Künstler nennen; Wenige von ihnen sind tatsächlich bildende Menschen, die malen müssen.
Nun haben wir hier Eine, die sagt, sie sei keine Künstlerin, nur Spiegelbauerin.
Sie hat nicht studiert, nur Krippenerzieherin gelernt und viel mit Kindern gearbeitet: gemalt, gestaltet, geflüstert und ist nicht wild darauf jedem zu zeigen, was sie ist.
Aber sie ist Eine, die ihre Umgebung gestaltet, tröstet und hält.
Wenn man mit ihr ist, kann man alle Furcht verlieren.
Und wenn man Glück hat, sieht man wunderbare Dinge, die sie für sich hingemalt und gebaut hat: kleinzellige Wesen mit zarten Blütenblättergewändern, verträumte Krokodile, verwunschene Stromtürme, lächelnde Blumen und tanzende Buchstaben.
Manchmal sieht man auch sich.
Dann hat man eine Spiegelscherbe erwischt, die eigentlich wertlos war und durch einen Rahmen aus Pappmache ein neues Leben bekommen hat.
Wie oft hat mir Kraft gegeben, zu arbeiten, wenn ich gesehen habe wie sie arbeitet.
Oft hat sie mit ihrer Ruhe geholfen Dinge entstehen zu lassen oder hat ganz selbstverständlich mitgemacht; bei den Holzschnitten gegen den Krieg hat sie die Schrift geschnitten und auch die große Arbeit am Krankenhaus Neubrandenburg wäre ohne ihre zarten Mosaike nicht fertig geworden.
Ein Schrank auf unserer Diele ist von ihr gebaut und mit einem wunderbaren Kofferfisch geschmückt und der runde Tisch in Stephans Zimmer wurde wie beim Schachspiel: ich mal jetzt das und du? bemalt.
Es entstehen wundersame Sachen.
Elke ist ein bildender Mensch, sie muß malen.
Und wenn jetzt die ersten Ausstellungen zu sehen sind endlich, dann möchte ich uns alle beglückwünschen: Endlich haben wir teil an diesem wunderbaren lebensdurchflutetem Prozess.
Es gibt nichts Wirklicheres, als so zu arbeiten. Ich hoffe auf Weiteres, alles was du tust ist wichtig: für uns. Sich zeigen heißt Mut und Wagnis.
Aber es ist auch Geschenk an die Anderen und zurück.
Also nur Mut und viel Kraft wünsche ich dir und gleichzeitig uns, die wir warten und teilhaben an deiner Kunst. Zuletzt möchte ich noch etwas sagen über die Kunst an sich.
Viel zu lange warten wir darauf, dass Kunst gefördert wird und dass Unterstützung von irgendwoher kommt. Aber das wir alle, unsere Zivilisation und unser innerliches Leben davon abhängen, dass lebendige Kunst existiert und dass sie nur existiert, wenn wir sie machen, zeigen, kaufen, benützen, anschauen, haben wir oft vergessen. Deswegen möchte ich Anke Fabian und Guido Antonow herzlich danken, dass sie mit ihren Räumen daran gedacht haben und alle Anderen daran erinnern.

Barbara Wetzel am 04. 05. 2006


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